Freitag, 29. März 2013

Karfreitag


Mein Name ist Jenny. Ich bin Mutter von drei wundervollen Kindern. Am 4.02.2007 wurde uns ein Stern geboren.
Schon in der Schwangerschaft ging es mir richtig schlecht, es war viel mehr als die übliche Schwangerschaftsübelkeit. Ich war gar nicht in der Lage meinen Alltag zu bewältigen. Aber unser Sohn entwickelte sich gut und so hoffte ich einfach das es besser werden würde.
Dann kam der Tag, der alles veränderte. Es war der Tag an dem ich den Satz hörte "ich finde hier keine Herztöne mehr".
Ich verzweifelte. Die nächsten Stunden und Tage waren lang und dunkel. Ich brachte unseren Sohn auf die Welt. "Sie sind noch jung und können noch viele Kinder bekommen", "besser so als behindert", "kann ich ihnen denn irgendwie helfen",.....
Das waren die Stimmen der Ärzte und Schwestern. Und dann kam die Stimme in mir "wenn es Gott gibt, warum lässt er das zu?", "es geht so vielen Kindern schlecht in ihren Familien, es wäre ihm doch gut gegangen", "warum ich?"

Vielleicht hat jeder Mensch sein eigenes "Vater warum hast Du mich verlassen?"

Es kam die Beerdigung an einem wunderschönen, sonnigen, kalten Märztag und dann kam Karfreitag und der Gottesdienst.  
Die Geschichte vom Sterben des Sohnes war zu viel für mich. Die Bilder in meinem Kopf gaben keine Ruh´.

Vielleicht hat jeder Mensch seinen eigenen Kreuzweg.

Die Jahre vergingen und die Bilder blieben, aber die Gefühle veränderten sich.Es gab Licht am Ende des Tunnels. Dann wurde ich wieder schwanger. Die Zeit, die tolle Schwangerschaft und die gute Geburt vom kleinen Wolf  halfen mir meinen Glauben zurück zu finden. Dieses Jahr, eine Woche vor Ostern, fand ich meine Konfirmationskette wieder. Die mit dem kleinen silbernen Kreuz und legte sie wieder um.

Vielleicht hat jeder seine eigene kleine Auferstehung.

Heute ist Karfreitag, 5 Jahre später, ich war gehenicht zum Gottesdienst. Damit warte ich bis Ostern

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