Freitag, 8. März 2013

Nationalismus

Die Debatte um die Ausladung der Band FreiWild vom Echo regt mich zum nachdenken an.


Die Reaktionen darauf sind sehr vielfältig, von Top bis Flop ist alles dabei...........


Reaktionen wie "dann ist jedes Volkslied faschistisch" und "da haben die Medien ja gut Stimmung gegen die Band gemacht" lassen mich erschauern und machen mich ratlos.


Wann ist dieser Nationalismus, so präsent, bei mir angekommen?


Ich weiß es nicht!

Vielleicht, weil er schon immer da war.


Aber er hat sich geändert.


2006- die Fussballweltmeisterschaft, alle hängten Fahnen auf, trugen Deutschlandschals.....
Politiker lobten die neue Verbundenheit- den ,ich mag´s gar nicht sagen, Nationalstolz.


Wenn man aber genau nachfragt kommt eben nicht "wir freuen uns darüber das viele Kulturen hier zu Gast sind" oder "wir freuen uns über ein gutes Fussballspiel" oder aber "wir freuen uns das wir gewonnen haben".


Sondern "wir Deutschen dürfen das jetzt auch mal wieder", "wir können doch auch mal wieder Stolz sein auf unser Land" oder "nach 60 Jahren ist es doch mal gut".....



Ich finde das schwierig, nicht nur in Deutschland.

Es ist eine Art von Nationalismus der stark im kommen ist und dessen Gefahr man nicht unterschätzen darf.


Ich finde es richtig das sich Menschen, wie z.B. die Band Mia oder Kraftklub, klar dagegen positionieren und damit andere Menschen zum nachdenken anregen.


Und ich hätte mir eine klare Positon der Veranstalter gewünscht!



Hier geht es nicht um einen klaren, offenen Ausländerhass und das macht es noch gefährlicher.

Hier geht es um einen latenten, übergreifenden Nationalismus.

Um Aussagen denen mancher sogar zustimmen kann und an denen viele, erst mal, nichts schlimmes sehen kann.


Was ist so schlimm daran "auf sein Land zu schaun" ?

Was ist so schlimm am "Heimat bewahren" zu wollen?

Was ist so schlimm an "Patriotismus ist Heimatliebe"? 
  (aus "Gehasst, Verdammt, Vergöttert" FreiWild)

Schwierig finde ich diesen latenten Nationalismus der um sich greift und schon gar nicht mehr als gefährlich betrachtet, sondern als gut und sogar wichtig empfunden wird.

Als etwas was dem Land hilft.

 Ich kann meinem Land auch helfen ohne mir eine Fahne an mein Auto zu hängen, ich kann meinem Land auch helfen ohne die Nationalhymne zu singen. Ich kann meinem Land helfen ohne Stolz darauf zu sein Deutscher zu sein, denn dafür kann ich nichts, ich bin hier geboren worden.


Nationalismus ist etwas, aus dem nie etwas gutes entsteht. 

Er fördert den Seperatismus und nicht das Gemeinsame.

Es fördert den Blick auf das Gegensätzliche und nicht das Verbindende.


Ich finde es gut wenn man bei fröhlichen Spielen Fanartikel halten und Lieder singen darf die der Freude Ausdruck verleihen, aber man sollte doch genau darauf achten was dahinter steht.


Ich finde es richtig das Band wie FreiWild ausgeladen werden, daß man ihnen keine Bühne bietet und dadurch jeden anregt mal darüber nach zu denken.




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