Mittwoch, 4. Februar 2015

Krankenhauserfahrungen mal anders

Schon vor einiger Zeit fiel uns auf das das Wölfchen immer lauter wurde und die Deutlichkeit seiner Sprache immer weiter abnahm.
Dann sprach uns der Kinderladen an das das Wölfchen innerhalb der Kindergruppe so schlecht reagiere und wir auf seine Aufmerksamkeit acht geben müssten.
Mir war, sowohl als Mutter als auch aus beruflichen Gründen, sehr schnell klar das es so gar nichts mit seiner Aufmerksamkeit sondern eher mit den 6-8 Mittelohrentzündungen pro Winter und der ständig laufenden Nase zu tun hat.
Also ging es zum Hals-Nase-Ohrenarzt.
Das Audiogramm machte schnell deutlich das das Wölfchen gar nicht hören kann. Dort wo eigentlich eine Kurve mit hohen Ausschlägen sein sollte war eine platte Linie...

Heute war also die Voruntersuchung im Krankenhaus für das wir uns zur Operation entschieden hatten.
Ich war gut vorbereitet, hatte mir Fragen gestellt, überlegt was mir alles wichtig ist und welche Fragen ich dringend beantwortet haben wollte.
Dazu habe ich mir auch den Podcast von Mutterskuchen angehört.
(Übrigens sehr zu empfehlen, man muss ja an so vieles denken)
Also habe ich dem Wölfchen erklärt das wir zu einem Arzt gehen der ihn untersuchen wird und wir dann wiederkommen dürfen und dort ein bisschen schlafen damit er bald genau so gut hören kann wie seine Freunde. Das fand das Wölfchen erst mal gut und so kam ich dort mit einem sehr entspannten Kind an.
Die erste positive Erfahrung hatten wir schon beim Audiogramm. Die Schwester erklärte ihm was sie tut und lies ihn alles anfassen ("fühl mal der Ohrenstöpsel ist ganz weich"). Einmal fragte sie ob sie etwas an seinen Pullover heften dürfe und er verneinte. Ich sagte noch "es kommt nur an den Pulli" und die Schwester sagte nur "das Wölfchen hat aber gesagt das es das nicht will!" und fragte ihn ob er es stattdessen festhalten mag. Er wollte natürlich...
Dann ging es zum Arzt. Alles super bis er dem Wölfchen in die Nase schauen wollte, das wollte er nicht denn es kitzelte ihn. Also sagte der Arzt nur kurz zu mir "dann lassen wir das ich kann es mir ja im OP ansehen" und zum Wölfchen gerichtet "Du hast das toll gemacht und kitzeln muss ich Dich nun wirklich nicht". Bei der Terminvergabe sagte die Sekretärin direkt zu uns "...ist das ambulante OP-Zentrum gehen Sie doch gleich noch mal hin und zeigen Sie ihm alles damit er weiß wo er hin geht". Das hatte ich mir so vorgenommen und war wieder ganz begeistert von der Empathie dieser dort tätigen Menschen.
Dann ging es zur Anästhesieaufklärung und ich wurde wieder positiv überrascht. Ich hatte mir fest vorgenommen zu fragen wie es mit dem Legen des Zugangs sein wird, denn da hatten wir ein traumatisches Erlebnis in einem sonst ganz tollen Krankenhaus.
Dazu kam ich gar nicht, weil die Ärztin mir direkt erklärte das der Ablauf so sei das wir kommen und dem Wölfchen dann ein Zauberpflaster geklebt wird und er einen Saft bekommt zum müde werden. Erst wenn das wirkt wird der Zugang gelegt. Stellen sie dabei fest das das Pflaster nicht wirkt, es schwierig wird den Zugang zu legen oder das Kind einfach Angst hat würden sie sofort abbrechen, per Maske sedieren und dann unter Narkose den Zugang legen. Die Begründung der Ärztin war "wir traumatisieren hier ja keine Kinder!".
Einziger Wermutstropfen ist das ich erst in den Aufwachraum darf wenn er nach mir fragt.
Alles in allem fühlen wir uns ernstgenommen, sehr gut aufgehoben und sind guter Hoffnung das beste Krankenhaus für unseren Sohn gefunden zu haben damit er demnächst voll hörend am sozialen Leben teilnehmen kann.

Spielplatz Anästhesie

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