Donnerstag, 23. April 2015

Eine Seite von Inklusion

Unter dem Hashtag #vereinbarkeit berichten zur Zeit viele Menschen auf Twitter über die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Mein Bericht hat nur in Teilen etwas damit zu tun und "passt" vielleicht trotzdem zum Thema...
Auf jeden Fall brennt es mir auf Seele und Zunge.



Das Thema Vereinbarkeit zieht sich durch mein Muttersein von Beginn an.

Ich bekam meine Tochter früh und erreichte mein Abitur mit meiner Tochter auf der Intensivstation.

Mein Examen schloss ich, mit zwei kleinen Kindern, mit einer 1,0 ab. Soviel zum Spruch "Mütter sind nicht so belastbar"...


Als meine Kinder in die Grundschule kamen und wir in diese Stadt zogen begann ich als Schulbegleiterin zu arbeiten. 


Der Vorteil: Die Arbeitszeiten passen wunderbar, da ich in den Ferien Urlaub habe und mit meinen Kindern zu Hause bleiben kann. Außerdem kann ich dort einen wichtigen Teil meiner Arbeit umsetzen, nämlich das Recht auf Bildung für alle Menschen!



Der Nachteil: Ich arbeite 32 Stunden von denen ich nur einen Teil bezahlt bekomme, da ich Überstunden für die Ferien sammeln muss.

Das ist klar und normal, da niemand so viel Urlaub hat.

Wenn "mein Kind nicht anwesend sein kann werde ich nicht bezahlt. Manchmal hat mein Arbeitgeber eine Vertretung an einer anderen Schule für mich, sonst sitze ich unbezahlt zu Hause.

Ich bekomme, mit heilpädagogischem Examen und mehr als 10 Jahren Berufserfahrung, 2€ mehr als den Mindestlohn und mein Arbeitgeber bekommt eine Bewilligung für das ganze Jahr, auch für die Ferien!


Fazit: ungerecht für mich und schlecht für das Bildungssystem, denn welche Fachkraft arbeitet zu diesen Bedingungen?!

Mütter, hauptsächlich, die auf familiengünstige Arbeitszeiten angewiesen sind.

Oder ungelernte Kräfte als Übergangsregelung.

Führt zu mangelnder Anerkennung für mich als schulbegleitende Fachkraft und zu einer schlechten Versorgung der Schüler!!!

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