Montag, 22. Juni 2015

Zu spät kommen

Freitag ist es geschehen und ich denke viel darüber nach was gewesen wäre wenn. Aber von vorn...

Nachdem ich das Wölfchen vom Kinderladen abgeholt hatte machte ich mich auf in die Nachbarstadt um die Lieblingsnichte ab zu holen. Meine Schwester hatte einen Termin in meiner Stadt, was mir einen wunderbaren Tag mit ihr und der Kleinen bringen sollte.

Ich wusste das die Verbindungsautobahn sehr staulastig ist und fuhr viel früher los.

Die erste Bahn war kein Problem und ich begann schon zu überlegen wie ich dem Wölfchen die Wartezeit versüssen würde...
Ab der Auffahrt zur Städteverbindung ging nichts mehr. Ich stand, so richtig mit Motor aus...
Panik machte sich breit. Was wenn ich es nicht schaffte?!
Ab wann machte es Sinn die Schwester anzurufen und die Panik des "nichts tun könnens" zu teilen. Ich wartete bis es zu spät war zum weiter warten und noch nicht spät genug um zu versuchen irgend jemanden zu finden der übernehmen konnte.
Es fand sich niemand und ich stand und dachte...

Es ist furchtbar für ein Kind das Gefühl zu haben es sei vergessen worden! Aber genau dieses Gefühl hat ein Kind dessen Eltern nicht pünktlich zum Kindergarten kommen.
Oft genug habe ich es, beruflich, erlebt... Die erste Freundin wird abgeholt, der zweite Freund geht und es wird langweilig. Das Spiel ist unterbrochen und, durch das Abholen der Spielpartner, abgebrochen worden. Langeweile kommt auf und die Frage an die Betreuer "wann werde ich endlich abgeholt?"
Wenn dann auch das letzte Kind abgeholt wird und das Aufräumen beginnt werden die Kinder schon nervöser. Immer öfter kreisen Fragen und Gespräche darum wann die Bezugspersonen kommen und wenn sie "endlich" da sind ist die Freude riesig. Erleichterung macht sich breit...
Aber was ist wenn niemand kommt? Wenn die Betreuer schon die Räumlichkeiten fertig machen, niemand mehr zum Spielen da ist und keiner kommt?
Panik macht sich breit! Kommt die Mama noch? Hat Papa mich vergessen? Ist Oma was passiert?
Da nutzt es auch nichts das die Betreuer versichern das die Bezugsperson kommt, die Angst bleibt bei den meisten Kindern. Das hat auch nichts mit fehlender Bindung sondern mit der Abhängigkeit von Bezugspersonen zu tun.

Unsere Situation hat sich, suboptimal, aufgelöst in dem wir meine Lieblingsschwägerin und Vertraute der Nichte erreicht haben die sie pünktlich abgeholt hat und von der ich sie dann abgeholt habe. wir hatten trotzdem noch einen schönen Nachmittag, wobei wir wohl bemerkten das sie sehr die Nähe ihrer Mama suchte.

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