Donnerstag, 29. Oktober 2015

Gedanken zur Inklusion




Vorab: ich liebe meinen Beruf und finde ihn wertvoll. Über die Arbeitsbedingungen habe ich hier schon geschrieben, über Qualifizierung, Wertschätzung und Bezahlung schreibe ich vielleicht noch einmal etwas. Jetzt geht es um Sinn und Grenzen von Inklusionshilfe...


Mein regulärer Arbeitsplatz befindet sich in einer Förderschule.

Ich bin wichtig!

 Ich betreue Schüler die ohne mich nicht beschulbar wären.

Ich stelle ihr RECHT auf Bildung sicher!

Durch meine Berufsausbildung und viele Fortbildung bin ich in der Lage meine Schüler*innen individuell als Mensch zu fördern und zu bilden...


Jetzt war ich in einer anderen Schule, in einer Vertretung.

Bei einem so genannten "Schüler mit individuellem Förderbedarf" gesellschaftlich "Mensch mit Behinderung" genannt. Es hat mich sehr betroffen gemacht...


Hier wurde Individualität zur Diagnose!


Der Schüler/ die Schülerin (Datenschutz und so:)) ist am Anfang dessen was wir Pubertät nennen. Die Diagnose lautet "Autismus"...


Mein Schultag begann um 8.00 Uhr. Wir haben Mathematik...

Ich stelle mich vor und frage den Lehrer/die Lehrerin was meine Aufgabe ist.
Mir wird gesagt der Mensch benötige keine Hilfe und ich möge mich am Ende des Klassenraumes Platz nehmen.

So ging es weiter, bis wir Unterricht bei der Klassenleitung hatten. Ich stellte auch dort die Frage wie die Hilfeleistung bei diesem Menschen aussehen soll, die Antwort lautete "ich habe die Klasse frisch übernommen und es ist mir ein Rätsel, aber es ist halt bewilligt".


Ich bin verwirrt und entsetzt!


Zusammengefasst: ich sitze in einem Raum, mit Schülern, der einzige Austausch sind meine Fragen in welchen Raum wir denn jetzt müssen und in den Hofpausen sitze ich im Lehrerzimmer weil keine Hilfeleistung nötig ist...


Der Mensch ist 13 Jahre alt und mitten in der Pubertät...

Er/Sie wird begleitet von einem Erwachsenen obwohl die Hilfe nicht benötigt wird...


Ich halte das für Diskriminierung durch Inklusionsbegleitung!


Was meint ihr?

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