Samstag, 6. Februar 2016

Kinderladen

auch eine politische Entscheidung




Unser Wolfsjunge geht in den Kinderladen...

Für den Liebsten hatte das "nur" kindzentrierte Gründe. Guter Betreuungsschlüssel, hohe Wertschätzung des Kindes, wenig Verbote, Erfahrungsräume (Werkraum, Schwimmen...) und hohe Elternbeteiligung im Alltag.


Für mich hatte es auch politische Gründe.


Dazu ein kurzer Einblick in die Kinderladengeschichte:


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Motive für die Veränderung von Erziehungsverhältnissen


Die Kinder der 68er wurden Teil der Revolte. Fragen der Erziehung und
Debatten um Autorität wurden besonders in Deutschland geführt.
Bild: Günter ZintDie Kinder der 68er wurden Teil der Revolte. Fragen der Erziehung und Debatten um Autorität wurden besonders in Deutschland geführt. (© Günter Zint)
















Der Umstand, dass Fragen der Erziehung in den Fokus der Protestbewegung gerieten, hängt unmittelbar mit dem Nachdenken über die Gründe für den Nationalsozialismus und mit den Debatten um Autorität und Antiautorität zusammen. 

Antiautorität war in keinem anderen Land ein Schlagwort der 68er Bewegung. 
In Deutschland hingegen war es zentral und geht unter anderem auf die Rezeption der Kritischen Theorie und deren "Studien zum autoritären Charakter" (engl. 1950) zurück.

Diese hatte das Frankfurter Institut für Sozialforschung unter der Leitung von Theodor W. Adorno in der Emigration durchgeführt. Die Untersuchung sollte mit Mitteln der empirischen Sozialforschung und der Sozialpsychologie erklären, warum Individuen faschistische Systeme unterstützen, und wie dies mit ihren individuellen psychischen Dispositionen zusammenhängt (Adorno 1973, S. 1). 

Der Erziehung kam in den Analysen eine nicht unerhebliche Bedeutung zu. Adorno selbst unterstrich in seinen Rundfunkbeiträgen zur "Erziehung nach Auschwitz" aus dem Jahre 1966 vor allem die Bedeutung der Erziehung in der frühen Kindheit (Adorno 1971, S. 90f.). 

Die Rezeption der Schriften zu "Autorität und Familie" von Erich Fromm aus dem Jahre 1936 und der "Studien zum autoritären Charakter" führte bei den Protagonisten von 1968, etwa bei Rudi Dutschke, zu folgender Programmatik: der Faschismus wurzelt in der autoritären Persönlichkeit und diese geht auf die Erziehung zurück (Dutschke 1968, S. 68). Ergo muss die Erziehung verändert werden. 
Dutschke hatte das Begriffspaar "Autorität/Antiautorität" in die deutsche Debatte eingebracht (Gilcher-Holtey 1998, S. 174, S. 181). 

Am Anfang der pädagogischen Aufbrüche von 68 stand also die gemeinsame Frage: Wie lassen sich Erziehungsverhältnisse so gestalten, dass nachfolgende Generationen nicht mehr anfällig für ein System wie den Nationalsozialismus sind, sondern das Potential zum Widerstand haben? 

Erziehung zur Kritikfähigkeit lautete die Losung. Die nächste Generation anders aufwachsen zu lassen, als man selbst und die eigenen Eltern erzogen worden waren, stand am Beginn der pädagogischen Initiativen von 68.

Diese richtete sich auf verschiedene Bereiche des Bildungssystems: auf den vorschulischen Bereich, die 
Jugendarbeit - hier ist insbesondere die so genannte Heimerziehungsbewegung zu nennen, die sich mit den Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen in Heimen befasst -, auf die Schule und schließlich die Universität. 

Neben der Kinderladenbewegung und der Heimerziehungsbewegung gab es auch eine Schülerbewegung, die sich für schulische Mitbestimmungsrechte einsetzte und eine eigene Presse in Form von Schülerzeitungen hervorbrachte (Gass-Bolm 2006).  


Die Kinderladenbewegung

 

Die größte mediale Aufmerksamkeit hat die Kinderladenbewegung erlangt, anhand derer sich die Ziele der "antiautoritären Erziehungsbewegung" gut diskutieren lassen. 

Dabei wird deutlich, dass es neben jenem theoretischen Zusammenhang, der sich auf die Frankfurter Schule bezieht, einen höchst praktisch motivierten Aspekt gab, nämlich die Frage, wie die eigenen Kinder zu erziehen seien. 

Dieses Problem stellte sich auch anlässlich eines schlecht ausgebauten Systems öffentlicher Kleinkindbetreuung.

Als eigentliche Begründerinnen der Kinderläden dürfen zwei Frauen gelten: Die bereits erwähnte Monika Seifert in Frankfurt und Helke Sander in Berlin. Beide hatten zuvor im Ausland gelebt, Seifert mit ihrer Tochter in England, Sander in Finnland, und beide hatten dort andere Formen der öffentlichen Kleinkinderbetreuung kennen gelernt. 
Vor diesem Hintergrund kamen sie - unabhängig voneinander - auf die Idee, eigene Einrichtungen der Kinderbetreuung zu organisieren.
Sander war Mitglied im Berliner SDS und gründete, eng mit der Etablierung von Kinderläden verbunden, im Januar 68 den "Aktionsrat zur Befreiung der Frauen". 

 Gründung der ersten Kinderläden in Berlin hing eng mit der Frauenbewegung und mit der Kritik am traditionellen Rollenmodell zusammen. 
Nach diesem waren Mütter alleine und im häuslichen, privaten Rahmen für die Kindererziehung zuständig. 
Hinzu kam die Skepsis gegenüber den existierenden Kindergärten. Sie habe sich nicht vorstellen können, ihr Kind in einen normalen Kindergarten zu geben, bemerkte Seifert. Fasst man die Kritik am Mainstream der vorherrschenden Erziehungsprinzipien zusammen, so ergibt sich folgender Katalog: 

Kritik an der Überbelegung der Kindergärten, Kritik an der rigiden Tageseinteilung, insbesondere daran, dass die Kinder gezwungen wurden, zu bestimmten Zeiten zu schlafen und zu essen (Kommune 2 1969, S. 171f.). 

Sander bemerkte, dass Kinder in den traditionellen Kindergärten auch schon mal an Tischen festgebunden wurden (Berndt 1998, S. 239). 
Seifert unterstreicht, dass es in der Kindererziehung zunächst um die Veränderung sehr einfacher Dinge gehe: "Sie müssen ein Kind nicht alle vier Stunden wach machen und dann in der Nacht durch schreien lassen" (Seifert 1993, S. 75). 

Die Kritik richtete sich gegen Erziehungsprinzipien, die mit Gehorsam, Triebunterdrückung, Gefühlskälte, Härte und Bindungslosigkeit assoziiert wurden. 

Dass Kinder beim Mittagsschlaf im Kindergarten in neben einander aufgereihten militärischen Feldbetten auf Befehl die Augen schließen sollten oder auf Befehl Perlen aufziehen mussten, wenn die Erzieherin es anweist und dann getadelt wurden, wenn sie noch nicht so viele Perlen aufgezogen hatten, wie die anderen Kinder. 

Solche frühpädagogischen Maßnahmen wurden durch die Verteter der Kinderladen-Bewegung kritisiert. 

Intendiert war auch ein anderer Umgang mit Emotionen, so wurde insbesondere das Ausleben kindlicher Aggressionen untereinander erlaubt, ohne dass die Erwachsenen sofort eingriffen. In einem im Dezember 1969 ausgestrahlten Fernsehfilm von Gerhard Bott mit dem Titel "Erziehung zum Ungehorsam" wurde die Erziehung in den Kinderläden einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt. 

 Film löste eine heftige Diskussion aus. Er kontrastierte die traditionelle Erziehung in den Kindergärten mit der neuen "zwangsfreien" in den Kinderläden. Ein besonderer Akzent lag dabei auf der Sexualerziehung. Während die Kindergärtnerin im Film die Kinder beim Mittagsschlaf streng ermahnt, ihre Hände über der Decke zu halten, dürfen die Kinder in den Kinderläden nackt herumlaufen und sich auch gegenseitig – im Rahmen von Sexualaufklärung – an ihren Geschlechtsteilen berühren.


Ziele und Orientierungen


Wesentliches Ziel der Erziehung in den Kinderläden war die Erziehung zur Kritikfähigkeit, zur Selbstbestimmung, zur Ich-Stärke und zur Selbstregulierung. 

Kinder sollten also dazu befähigt werden, die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und ihnen Ausdruck zu verleihen. 

Sander spricht von einer Erziehung "gegen Konkurrenzkampf und Leistungsprinzip" (Sander 1968). 

Man orientierte sich unter anderem an Erziehungstheorien aus der sozialistischen Tradition der Vorkriegszeit sowie an der Psychoanalyse. 

Insbesondere die Verknüpfung von Psychoanalyse und Marxismus, wie sie sich in den Schriften des Sexualwissenschaftlers Wilhelm Reichs fand, wurde rezipiert, weshalb der Sexualerziehung auch eine besondere Rolle beigemessen wurde (Sager 2008). 

Zu den großen Leistungen der antiautoritären Erziehungsbewegung für die Bildungsgeschichte gehört die Wiederentdeckung und Neuauflage pädagogischer Texte aus der Vorkriegszeit, etwa der Schriften des psychoanalytischen Pädagogen Siegfried Bernfeld, dessen Veröffentlichung "Sisyphos oder die Grenzen der Erziehung" aus dem Jahre 1925 vor einigen Jahren von Erziehungswissenschaftlern zum wichtigsten pädagogischen Buch des 20. Jahrhunderts gekürt wurde (Horn/Ritzi 2000). 

Sowohl die Schriften von Reich als auch die von Bernfeld und die anderer psychoanalytisch wie sozialistisch orientierter Pädagogen waren während des Nationalsozialismus verboten und wurden erst Ende der 60er Jahre wieder entdeckt und dann neu aufgelegt, um einer breiteren Leserschaft wieder zugänglich gemacht zu werden.

Bezug genommen wurde auch auf die reformpädagogische Tradition von A. Neill und seine 1924 in England gegründete Schule "Summerhill", die sich etwa dadurch auszeichnete, dass der Unterrichtsbesuch freiwillig war. 

Sein 1969 in Deutschland unter dem Titel "Theorie und Praxis der antiautoritären Erziehung. Das Beispiel Summerhill" erschienenes Buch erzielte Rekordauflagen. Von den Akteuren der antiautoritären Erziehungsbewegung wurde das Buch intensiv und durchaus kontrovers diskutiert. 

Erziehung zur Glücksfähigkeit ist für Neill das wichtigste Ziel. Insgesamt wird die Kinderladenbewegung in verschiedene Phasen eingeteilt, eine frühe der Abgrenzung, eine sozialistisch-proletarische seit Beginn der 70er Jahre, ab etwa Mitte der 70er Jahre ist dann von ihrem Ende die Rede (Jansa 2000; von Werder 1977).


Literatur

 

Adorno, Theodor W.: Studien zum autoritären Charakter, Frankfurt/M. 1973: Suhrkamp 

Adorno, Theodor W.: Erziehung nach Auschwitz. In: ders.: Erziehung zur Mündigkeit. Frankfurt/M. 1971: Suhrkamp, S. 88-104. 

Baader, Meike Sophia: 1968 und die Erziehung. In: 68er-Spätlese – Was bleibt von 68? / Hrsg.: Tobias Schaffrik; Sebastian Wienges. Münster 2008: LIT-Verlag (im Druck). 

Baader, Meike Sophia: Erziehung "gegen Konkurrenzkampf und Leistungsprinzip" als gesellschaftsverändernde Praxis. 1968 und die Pädagogik in kultur-, modernitäts- und professionsgeschichtlicher Perspektive 1965-1975. In: Zeitschrift für pädagogische Historiographie 2/2007, S. 23-29. 

Berliner Kinderläden. Antiautoritäre Kinderläden und sozialistischer Kampf. Köln 1970: Kiepenheuer und Witsch  

Berndt, Heide: Zu den politischen Motiven bei der Gründung erster antiautoritärer Kinderläden, In: Jahrbuch für Pädagogik 1995: Auschwitz und die Pädagogik, Frankfurt/M. 1995: Peter Lang, S. 231-250 

Bildungskommission des Deutschen Bildungsrates. Strukturplan für das Bildungswesen. Stuttgart 1970: Klett 

Gass-Bolm, Torsten: Revolution im Klassenzimmer? Die Schülerbewegung 1967-1970 und der Wandel der deutschen Schule. In: Hodenberg, Christina von / Siegfried, Detlef: Wo "1968" liegt: Reform und Revolte in der Geschichte der Bundesrepublik, Göttingen 2006: Vandenhoeck & Ruprecht, S. 113-139 

Bott, Gerhard: Erziehung zum Ungehorsam, Bericht über antiautoritäre Kindergärten. Norddeutscher Rundfunk, I. Programm vom 1. Dezember 1969 um 22.00 Uhr.  

Breiteneicher, Hille Jan / Mauff, Ralf / Triebe, Manfred: Kinderläden. Revolution der Erziehung oder Erziehung zur Revolution?, Reinbek 1971: Rowohlt 

Bueb, Bernhard: Lob der Disziplin. Eine Streitschrift. Berlin 2006: List 

Dannenberg, Sophie: Das bleiche Herz der Revolution. München 2004: DVA 

Dermitzel, Regine: Thesen zur antiautoritären Erziehung. In: Enzensberger, Hans Magnus (Hrsg.): Kursbuch 17 / Juni 1969: Frau-Familie-Gesellschaft, Frankfurt/M. 1969, S. 179-187 

Dutschke, Rudi: Vom Anisemitismus zum Antikommunismus. In: Bergmann, Bernd / Dutschke, Rudi / Lefèvre, Wolfgang / Rabehl, Bernd: Die Rebellion der Studenten oder die Neue Opposition, Reinbek 1968: Rowohlt, S. 58-85 

Gaschke, Susanne: die Erziehungskatastrophe. Kinder Brauchen starke Eltern. München 2001: DVA. 

Gilcher-Holtey: 1968 - vom Ereignis zum Gegenstand der Geschichtswissenschaft, Göttingen 1998: Vandenhoeck & Ruprecht 

Gilcher-Holtey: Die 68er Bewegung : Deutschland, Westeuropa, USA, München 2001: Beck Hodenberg, Christina von / Siegfried, Detlef: Wo "1968" liegt: Reform und Revolte in der Geschichte der Bundesrepublik, Göttingen 2006: Vandenhoeck & Ruprecht 

Horkheimer, Max (Hrsg.): Studien über Autorität und Familie. Schriften des Institutes für Sozialforschung, Paris 1936: Alcan 

Horn, Klaus-Peter / Ritz, Christian (Hrsg.): Klassiker und Außenseiter. Pädagogische Veröffentlichungen des 20. Jahrhunderts. Baltmannsweiler 2001: Schneider 

Jansa, Axel: Die Pädagogik der Studentenbewegung in ihrer Auswirkung auf das Generationenverhältnis und den gesellschaftlichen Umgang mit Kindern, In: Jahrbuch für Pädagogik 1999: Das Jahrhundert des Kindes. Frankfurt/M. 2000: Peter Lang, S. 223-246 

Koenen, Gerd: Das rote Jahrzehnt. Unsere kleine deutsche Kulturrevolution 1967-1977, Frankfurt/M. 2001: Kiepenheuer & Witsch 

Kommune 2 (Bookhagen, Christel / Hemmer, Eike / Raspe, Jan / Schultz, Eberhard): Kindererziehung in der Kommune. In: Enzensberger, Hans Magnus (Hrsg.): Kursbuch 17 / Juni 1969: Frau-Familie-Gesellschaft, Frankfurt/M. 1969, S.147-178 

Kraushaar, Wolfgang: 1968 als Mythos, Chiffre und Zäsur, Hamburg 2000: Hamburger Edition 

Kraushaar, Wolfgang: Die "Revolutionierung des bürgerlichen Subjekts". 1968 als erneuerte bürgerliche Utopie. In: Hettling, Manfred / Ulrich, Bernd (Hrsg.): Bürgertum nach 1945. Hamburg 2005: Hamburger Edition, S. 374-406  

Meinhof, Ulrike: Bambule: Fürsorge, Sorge für wen?, Berlin 1974: Wagenbach 

Noelle-Neumann, Elisabeth / Petersen, Thomas: Zeitenwende. Der Wertewandel 30 Jahre später, in: Aus Politik und Zeitgeschichte B 29/2001, S.15-22 

Neill, Alexander S.: Theorie und Praxis der antiautoritären Erziehung. Das Beispiel Summmerhill, Hamburg 1969: Rowohlt 

Precht, Richard David: Lenin kam nur bis Lüdenscheid. Meine kleine deutsche Revolution. Berlin 2005: claassen 

Sager, Christin: Wilhem Reich: http://www.goethe.de/ges/ztg/dos/dos/wdp/ges/deindex.htm 

Sander, Helke: Rede des "Aktionsrates zur Befreiung der Frau" bei der 23. Delegiertenkonferenz des "Sozialistischen Deutschen Studentenbundes" (SDS) im September 1968 in Frankfurt, In: Sievers, Rudolf (Hrsg.): 1968 – Eine Enzyklopädie. Frankfurt/M. 2004: Suhrkamp, S. 372-378 

Shell-Deutschland Holding (Hrsg.): Jugend 2006. Eine pragmatische Generation unter Druck. Frankfurt/M. 2006: Fischer. 

Schildt, Axel / Siegfried, Detlef / Lammers, Karl Christian (Hrsg.): Dynamische Zeiten, Hamburg 2000: Christians 

Seifert, Monika: Diese Wiederholungen zu durchbrechen, individuell und politisch, dazu muss eine Veränderung in der Situation von Kindern kommen. In: Heinemann, Karl-Heinz / Jaitner, Thomas: Ein langer Marsch. '68 und die Folgen, Köln 1993: PapyRossa 

Seifert, Monika: Kinderschule Frankfurt, Eschersheimer Landstraße. In: Vorgänge. Eine kulturpolitische Korrespondenz, H. 5/1970. S. 158-162 

Werder, Lutz von: Was kommt nach den Kinderläden?, Berlin 1977: Klaus Wagenbach ZEIT-Geschichte. Leben lernen. Die Geschichte der Erziehung von Rousseau bis Montessori: Wie moderne Pädagogik unsere Welt verändert hat. 1/2007.
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Quelle: beb


Auch wenn Antiautorität in unserem Kinderladen nicht gelebt wird gibt es doch Parallelen:


  •  das Kind weiß was gut für es ist, 
  • das Kind ist Kompetent Regeln für`s Zusammenleben zu gestalten, 
  • das Kind ist Kompetent schwere Regelverstösse (Werkzeugfehlhandlungen im Werkraum mit Verletzungsgefahr) zu ahnden, 
  • es gibt wenig Regeln, 
  • alle Kinder können alles- es gibt keine Geschlechter- oder Herkunftsdifferenzen (ja es gibt Mädchen in Hosen :-) und Jungen in Kleid), 
  • es gibt kein "Du tust das weil ich das will"-Kinder haben das Recht auf Erklärungen und Antworten...


In unserer Familie geht es, vielleicht, noch etwas weiter: Menschen sind Gleichwertig egal wie klein oder groß sie sind!


Gleichwertig heißt das alle Familienmitglieder das gleiche Recht auf die Erfüllung ihrer Bedürfnisse haben, nicht aber das sie alles alleine entscheiden dürfen...


Ich hab einfach mehr Erfahrung im Strassenverkehr als das Wölfchen ;-).


Aber ob es schwitzt/friert,
Hunger/Durst hat weiß er selbst am besten. Das heißt auch das ich, zuweilen, im Kinderladen warten muss. Dann hat das Wölfchen das Bedürfnis noch etwas zu spielen und solange ich kein "wirklichen" Gründe (Termine, Hunger, Ruhe...) habe ist das Bedürfnis vom Wölfchen wichtiger und ich warte- natürlich!

Der Kinderladen und unser Kinderbild zeigt Wirkung:

das Wölfchen tut lang nicht immer das was wir wollen! Es muss schon verstehen...  

                                 
ABER:
Es läuft, hoffentlich, nicht jedem/r hinterher. Auch nicht denen die er liebt!
Er denkt darüber nach was jemand von ihm möchte; überlegt ob es (für ihn) stimmt, sich gut anfühlt und weiß, hoffentlich, das ER entscheidet und seine Meinung zählt, das er wichtig ist und sich beteiligen kann und muss!


Ich hoffe und glaube das er stark wird, selbstsicher, mutig und niemanden benötigt der ihn führt, dem er hinterher läuft...


Ich bin sicher das wir die besten Bausteine setzen! Mit dem  unserem Kinderladen!





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