Mittwoch, 16. August 2017

Selbstschutz oder Niederlage

Ich habe mich von meiner Hausarbeit abgemeldet.

Es fällt mir schwer das so zu schreiben.

Ich weiß noch nicht was es ist. Selbstschutz oder Niederlage?

Das Kind hat frei. Es ist kein Kinderladenkind mehr und noch kein Schulkind.

Zwischenzeiten.

Freiräume.

Zu füllende Zeit.

Ich bin erschöpft. Bin müde vom Kämpfen. Von jahrelanger Selbstaufgabe und dem Versuch ein wenig Achtung zu behalten...

Ich koche. Ich backe. Ich male. Ich nähe. Ich wühle im Garten. Ich gehe in den Wald Beeren pflücken. Ich lese. Ich versuche Zukunft zu finden.

Ich bin.



Was ich gerade nicht kann ist denken.

Ich kann alles tun, aber sobald ich den PC hochfahre habe ich das Kind auf dem Schoß, am Ohr, hinter dem Rücken.

Tobend, hüpfend, schreien, singend, erzählend, kitzelnd, küssend, streicheln und, wenn ich nicht reagiere, auch mal hauend.

Ich dachte ich schaffe es am Abend, aber ich bin erschöpft. Müde. Und wenn ich Kraft habe brauche ich die für Menschen.

Für echte Kontakte nach jahrelanger Deprivation. Für Gespräche. Zusammensein. Zukunftspläne.

Abgabetermin ist der 31.08.

Der erste Schultag des Kindes.

Ich habe geschrieben. Gelesen. Recherchiert. Formuliert. Aber es hat nicht gereicht.

Es fühlt sich wie eine Niederlage an und ist doch ein Triumph über das jahrelange Ignorieren eigener Bedürfnisse.

Selbstschutz eben.

Ich weiß das ich es schaffe. Wenn das Kind in der Schule ist habe ich wieder ein paar Stunden Zeit.

Ziel ist es die Arbeit zum Semesterbeginn ausgedruckt in der Schublade zu haben um sich auf das laufende Semester konzentrieren zu können.


Keine Kommentare: