Donnerstag, 7. Juni 2018

Die WM das Kind und ich

Die WM geht am 14. Juni los. Ich musste das erst mal recherchieren. Ich wusste es einfach nicht.

Was ich aber erlebe sind Läden voller Fan-Artikel.
Fahnen an Autos und Gebäuden. Menschen die sich "vorbereiten".

Inklusive des Kindsvaters. Und das ist ein Problem. Mein Problem...

Fußball ist halt nicht einfach nur Sport. Wer in einer Stadt wie unserer wohnt merkt das schon im kleinen. Lokalpatriotismus. Häufig ein Synonym für eines: Hass!

Hass auf andere Vereine. Hass auf Nachbarstädte.

So weit so (wenig) gut. Aber wenn das dann auf Landesebene geschieht sind wir einen Schritt weiter.

Da geht es dann um mehr. Da wird aus Rivalität Patriotismus und Nationalismus. Hass. Aber auf überregionaler Ebene. Hass auf alles was nicht "deutsch" ist.

"Mal wieder stolz sein auf Deutschland"

ist ganz klar ein Statement zur deutschen Geschichte und häufig gekoppelt mit einem "endlich" oder "nach so vielen Jahren".

Ein

"wir" gewinnen

ist immer eine Niederlage der anderen. Ein "sich über andere stellen" ist aber nicht die "lustige Party" als das diese WM immer gerne dargestellt wird sonder mündet in Ausschluss und Alltagsrassismus.
Es wird definiert welche Spieler denn nun "wirklich deutsch" sind. Das wird (noch mehr als sonst) auf die Straße getragen. Was täglich als Alltagsrassismus stattfindet erfährt noch mal gewisse Höhepunkte und wird in Kombination mit Frust, Jubel und Alkohol zum gefährlichen Spießrutenlauf...

Das als kleiner Teil dessen weshalb ich die WM ablehne, aber was hat das jetzt mit diesem Familiendings zu tun?

Ganz einfach:

Der Kindsvater sieht "nur den Fußball" und "sei doch nicht so eine Spaßbremse".

Das Kind kam folglich vom Besuch und hatte ein WM-Heft und einen Spielplan und  kannte Teile "unserer Mannschaft" und wird "mit Papa alle Spiele gucken und hier auch".

Und ich?

Ich stehe hier zwischen "Spaßbremse", "kein Nationalismus in meinem Wohnzimmer" und "dann geh ich zum Fußball zu Papa" und versuche eine Balance zu finden ohne meine Prinzipien zu verlieren.

Gestern grenzte das mal wieder in einem Wutanfall im Supermarkt wegen der Fanartikel. Aber Prinzipien und so: ich kauf das nicht!

Ein Land was Menschen in Lager sperrt , im Mittelmeer ersäuft, Nazis finanziert, Meinungsfreiheit beschneidet, in dem "die Mitte der Gesellschaft" rechts gelandet ist, in dem Alltagsrassismus an der Tagesordnung ist, in dem Antisemitismus salonfähig bleibt und in dem eine entnazifizierung nie statt gefunden hat, so ein Land unterstütze ich nicht. So ein Land hat keinen Grund zum feiern und so ein Land gehört abgeschafft.

Nur meine Meinung. So als Spaßbremse.

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