Dienstag, 31. Juli 2018

Wie wir einmal viel über Tauben lernten

Sonntag waren wir gerade dabei den Garten für unsere Geburtstagsfeier zu schmücken da hörte ich einen lauten Knall.

Erst einmal habe ich nichts gefunden doch dann sah ich sie:

eine unserer Tauben


leider konnten wir nichts mehr für sie tun...

Unsere Tauben leben, lieben und brüten seit vielen Jahren im Baum vor meinem Schlafzimmerfenster so auch jetzt und im laufe des Tages dämmerte es mir

Was wird aus den Küken?!


Da unser Taubenkollektiv aus drei Tauben besteht war mir auch nich klar welches Tier nun verunfallt ist und ob die Küken weiterhin versorgt sind.

Wir beobachteten und ich wurde immer unsicherer. 



Heute versuchte ich einen taubenkundigen Menschen zu finden und rief bei den Stadttauben an.

Wenn ihr in unserer Stadt mal Taubenhilfe benötigt findet ihr hier schnelle und sehr freundliche Hilfe.

Der Mensch am Telefon stellte erst einmal viele Fragen:

Flügelfarbe und -farbverlauf
Schnabelfarbe und -form
Brutzeit
wie viele Küken
wie alt sind die Küken
wie hoch im Baum wird genistet
...

Und dann erfuhren wir ganz viel über Tauben in unseren Städten und dem Unterschied zu unseren Wildtauben


Wusstet ihr das Stadttauben in unseren Städten Nisten weil sie ursprünglich auf Felsen genistet haben?
Deshalb gehen sie auch nicht weg. Unsere Häuser ersetzen ihre Felsen.
Wusstet ihr das Stadttauben keine wirklichen Nester bauen?
Sie brauche nur 2-4 Zweige um eine Begrenzung zu schaffen damit ihre Eier nicht herunter fallen.

Unsere Tauben sind hingegen wilde Ringeltauben.


Ringeltauben bauen Nester und nisten wie andere Vögel auch. Sie fressen Beeren, diverse Körner und Samen, Insekten und Würmer. Sie versorgen ihre Brut ungefähr 4 Monate lang. Wir dürfen  also noch etwa 3 Monate an der Aufzucht unserer Küken teilhaben.
Was aber auch klar wurde: sie benötigen unglaublich viel Aufmerksamkeit und Pflege. Artgenossen*innen, eine große Voliere und müssen wieder ausgewildert werden. 

Das können wir nicht leisten. Es ging also darum erst einmal herauszufinden ob diese Notwendigkeit überhaupt besteht.

Der Mensch bat uns um Adresse und ein Foto. Er möchte vorbei kommen und sich die Küken ansehen.

So ging es für mich das erste Mal in den Baum. Ganz vorsichtig und zaghaft und die Küken nicht zu ängstigen 

Ich sah sie aus der Nähe. Zwei wunderschöne agile Küken die mich anblickten. Ich verschwand genau so vorsichtig.

Und während ich das Foto und unsere Adresse weitergab hörte ich ein Rauschen. Ich schaute durchs Fenster um nicht noch einmal zu stören und da saß ein Elter. Schützend, schnäbelnd und gurrend. 

Mein Aufruhr hatte also etwas gutes. Die Küken werden versorgt. Die Küken dürfen also bleiben.

Und die netten Menschen der Stadttauben? 

Ja die durften weiter den Tag genießen und zu Hause bleiben. Aber wenn ich noch einmal Rat und Hilfe brauche weiß ich nun woher ich sie bekomme.

Alles Liebe 
Jenny

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